Machen Gene wirklich alles? (2)

Yoga Augsburg, Gene: Wissenschaftler betrachtet nachdenklich das Modell einer DNA

Das Erbgut des Menschen ist entschlüsselt – was nun? 
(Bild ©Syda Productions)

Wissenschaft trifft Spiritualität

Im letzten Think-Letter haben wir uns mit der Bedeutung der Gene befasst und festgestellt, dass Gene zwar in gewisser Weise eine bestimmende Rolle spielen, aber in den meisten Fällen nur eine Neigung darstellen. Diese Neigungen können wir in die richtige Richtung lenken, wenn wir die richtige geistige Einstellung mit einer richtigen Lebensweise verbinden.

Seit April 2003

gilt das menschliche Genom (= die Gesamtheit aller Gene) offiziell als vollständig entschlüsselt. Seitdem ist es allerdings ruhig geworden um dieses „Human-Genom-Projekt“. Und die Frage ist: Warum?

Das hat vor allem einen Grund: Anstatt die These vom genetischen Determinismus (das heißt, dass die Gene zwingend alles bestimmen) zu bestätigen, machten die Ergebnisse „schnell klar, dass es äußerst schwierig sein würde, von gewissen Genen auf bestimmte Eigenschaften zu schließen„. So heißt es im Originaltext dieses Projektes.

Deswegen

macht es in den meisten Fällen auch wenig Sinn, das Erbgut bei einem Baby zu analysieren, um genau zu wissen, welche Krankheiten es später bekommen wird. So einfach sind die Zusammenhänge nämlich nicht. Denn die genetische Neigung zu einer bestimmten Krankheit führt nicht immer zwangsläufig dazu, dass sie auch eintritt. Außerdem könnte durch die Angst vor dieser Krankheit sogar ihr Eintreten beschleunigt werden.

Aber …

eine zwingende in die Lebewesen hineingeborene Eigenschaft gibt es doch. So können zum Beispiel Hundezüchter eine neue Hunderasse erzeugen – aber trotz aller genetischen Verwandtschaft keine Katzenrasse. Irgendwo ist im Genom von Hunden festgelegt, dass aus Hunden nur Hunde entstehen können. So kann man auch aus Schimpansen trotz aller genetischen Verwandtschaft zum Menschen, die bis zu 99,6% betragen kann (!) (siehe letzter Beitrag), keinen Menschen erzeugen.

Grenzen – und Möglichkeiten

Innerhalb des eigenen Genoms gibt es viele Möglichkeiten – aber auch Grenzen. Wenn man von Natur aus zum Beispiel ein VW ist, sollte man nicht versuchen, bei einem Formel-1-Rennen zu starten – aber man kann durchaus große Erfolge bei Tourenwagen-Rallyes erzielen. Man kann also durchaus ein „Siegertyp“ sein – aber man sollte dabei seine Talente (Gene) berücksichtigen und seiner „Natur“ treu bleiben. Sonst kommt es zu psychischen Störungen, und es entsteht eine disharmonische Persönlichkeit. Das macht die heutige „Image-Beratung“ falsch.

Image-Beratung lässt Originale verschwinden

Bei der heutigen „Image-Beratung“ – auch „Persönlichkeitsentwicklung“ genannt – wird nicht „ent-wickelt“ und „ausgewickelt“ sondern von außen immer wieder etwas draufgesetzt und zwar das, was „gut ankommt“. So wird das Original immer mehr verfälscht. So kommt der Mensch zwar als Original auf die Welt, stirbt aber als Kopie von irgendeiner Image-Vorstellung, Das ist sehr traurig – und es fehlen die Originale!

Yoga macht es genau umgekehrt

Im Yoga bedeutet Evolution „ent-wickeln“ und „aus-wickeln“. Denn Ent-wicklung und E-volution bedeutet das Gleiche (lateinisch: evolvere = auswickeln). Im Yoga geht es darum,

  • die Möglichkeiten seiner eigenen Natur von innen heraus zu ent-wickeln,
  • die im Erbgut vorhandenen Neigungen in die richtige Bahn zu lenken,
  • seine Talente zu entfalten – und dabei
  • die eigene Natur zu behalten.

Yoga fördert das „Auswickeln“ der in uns vorhandenen Möglichkeiten und Talente. Man bleibt in seiner eigenen Natur verwurzelt und damit ein Original – das automatisch auch authentisch ist. Und es werden diejenigen Gene in den Vordergrund reguliert, die zu diesem Bewusstsein passen.

Und wie nicht die Gene uns, sondern wie wir durch unser Bewusstsein (geistige Einstellung, Willenskraft, Zielvorstellungen, Spiritualität) unsere Gene beeinflussen können, werden wir im nächsten Think-Letter besprechen …

Weiterführende Infos:
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